| |
Empfehlungen
zum Weiterlesen
|
Marlock / Weiss
Handbuch der Körperpsychotherapie
Abhandlung aller zentralen Themenkomplexe der Körperpsychotherapie

Verlag Schattauer - 2006 |
Das Handbuch der Körperpsychotherapie
bietet erstmals eine Gesamtübersicht über das weite
Spektrum dieser Disziplin, die immer mehr Beachtung und Anhänger
findet. Über 60 international renommierte Vertreter und führende
Lehrer der verschiedenen Grundrichtungen stellen zentrale Gesichtspunkte
körperpsychotherapeutischer Behandlung vor. Alle wichtigen
Bereiche - von der Geschichte, über Theorie, Methodik und
die praktisch-klinischen Aspekte bis hin zur Praxeologie - werden
hierbei umfassend und aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet
dargestellt. Den Autoren gelingt so eine schulenübergreifende
Synopsis, die das breite Spektrum dieses Therapiekonzepts veranschaulicht,
dabei aber schulenbetonte Ideologien vermeidet. Das Werk macht
deutlich, dass die Körperpsychotherapie als Ganzes - auch
wenn sie zunächst sehr bunt und heterogen erscheinen mag
- durch ihren langen und gefestigten Erfahrungshintergrund sowie
vielfältige therapeutische Ansätze substanzielle Beiträge
zur Psychotherapie leistet und aus dieser nicht mehr wegzudenken
ist.
|
Stumm/Wirth (Hrsg.)
Psychotherapie Schulen und Methoden

Falterverlag Verlag - 2006 |
Das Buch versteht sich als Einführung
in die Vielfalt der psychotherapeutischen Ansätze und Verfahren,
die in der Praxis zur Anwendung kommen. Die Beiträge stammen
von namhaften Vertretern der unterschiedlichen Strömungen.
Der systematische Aufbau des Buches ermöglicht dem Leser Vergleiche
zwischen den jeweiligen Methoden. |
Alexander
Lowen
Bioenergetik

Vlg Wunderlich - 2002 |
Alexander Lowen geht
davon aus, daß alle körperlichen und seelischen Vorgänge
nur verschiedene Ausdruckformen eines einzigen, einheitlichen Lebensprozesses
sind. Sobald sich der Mensch seines Körpers bewußt wird,
mit ihm "arbeitet", ihn "erlebt", gewinnt er
ein neues Verhältnis zu sich selbst. Dieses Buch ist das Basiswerk
des "Vaters der Bioenergetik". Es hat vielen Menschen
Mut gemacht, sich mit ihrem eigenen Körpergefühl auseinanderzusetzen
und die Abhängigkeit des seelischen Gleichgewichts vom k örperlichen
Wohlbefinden zu akzeptieren. |
|
Myron Sharaf
Wilhelm Reich
Der heilige Zorn des Lebendigen

Verlag Simon &
Leutner 1994
|
Die wichtigste
und umfangreichste Reich-Biographie von seinem Schüler Myron
Sharaf, der viele Jahre in engem Kontakt mit Reich verbracht hat
und der auch bei ihm in Therapie war. |
|
Babette Rotschild
Der Körper erinnert sich
Die Psychophy-siologie des Trau- mas und der
Trau- mabehandlung
Synthesis 2002
|
Babette Rothschild
ist Sozialarbeiterin mit langjährigen Erfahrungen als Klientin
und Therapeutin (vgl. www.trauma.cc). Von diesem dreifachen Praxisbezug
ist ihr unorthodoxes, lehrreiches, ungemein ideenreiches Buch durchgehend
geprägt.
Aus dem Inhaltsverzeichnis sollen hier nur die Hauptüberschriften mitgeteilt
werden:
- Die posttraumatische Belastungsstörung - Wirkung vom
Traumata auf Körper und Seele
- Entwicklung, Erinnerung und Gehirn
- Der Körper erinnert sich - die somatische Erinnerung
verstehen
- Der Ausdruck noch nicht erinnerter Traumata - Dissoziation
und Flashbacks
- Vor allem, schade nicht!
- Der Körper als Ressource
- Weitere somatische Techniken zur Gewährleistung eines
sicheren Verlaufs von Traumatherapien
- Die somatische Erinnerung wird zur persönlichen Geschichte
|
Antonio R. Damasio
Der Spinozaeffekt
Wie Gefühle unser Leben bestimmen
List Taschenbuch - 2005 |
Das Denken ist ohne das Fühlen nicht vorstellbar
- und deren Zusammenspiel nicht ohne die Signale des Körpers. Doch
inwieweit wird der Mensch von diesem neurobiologischen Dreieck bestimmt?
Was steuert unsere Entscheidungsprozesse?
Antonio R. Damasio führt uns an die Grenzen der wissenschaftlichen
Forschung - ein ebenso radikales wie intellektuell überzeugendes
Plädoyer für die Ganzheitlichkeit.
|
Antonio R. Damasio
Ich fühle,
also bin ich
Die Entschlüsselung des Bewußtseins

List Taschenbuch - 2002 |
Während Sie diese Zeilen
lesen, ist Ihnen auch bewusst, dass Sie lesen -- dank einer gewöhnlichen
menschlichen Eigenschaft, die man gemeinhin als "Bewusstsein" bezeichnet.
Doch was ist Bewusstsein eigentlich -- ein geistiges Phänomen, ein
evolutionäres Werkzeug, ein neurologischer Nebeneffekt? Die besten
Wissenschaftler lieben es, große, tief gehende Fragen wie diese in
Angriff zu nehmen, und der Neurowissenschaftler Antonio Damasio ist mit
seinem Buch Ich fühle, also bin ich -- Die Entschlüsselung des
Bewusstseins keine Ausnahme. Sein Werk ist eine poetische Betrachtung des
inneren Lebens aus der Perspektive der Forschung, von medizinischen Fällen,
der philosophischen Analyse wie auch der ungenierten Selbstbeobachtung.
Damasios Betrachtungsweise findet -- glücklicherweise -- in der Welt
der Wissenschaft zunehmend Verbreitung. Trotz all der Proteste seitens
der Verhaltensforscher der alten Garde, ist subjektives Bewusstsein für
die meisten von uns mittlerweile ganz einfach eine Tatsache, und der Bedarf
an neuen Forschungsmethoden wird nun endlich befriedigt.
Diese neuen Methoden kommen jedoch nicht ohne Beweise daher. Damasio
und seine Kollegen untersuchen Patienten mit Störungen und Lücken
in ihrem Bewusstsein und gewinnen aus deren tragischen Leben tiefe Einsichten,
während sie den Leidenden gleichzeitig Trost sowie für ihre Leiden
eine Erklärung bieten. Seine These, dass unser Ich-Bewusstsein aus
unserem Bedürfnis herrührt, Beziehungen zwischen uns selbst und
anderen zu entwickeln, ist in der medizinischen und evolutionären
Forschung fest verankert, doch hält sie ohne weiteres auch einer Selbstuntersuchung
stand. Seine Beispiele aus der unheimlichen Welt der Neurologie sind verunsichernd,
jedoch zutiefst humanisierend. Wirkliche Menschen mit ernsthaften Problemen
werden hier zum Leben erweckt -- sie werden niemals auf ihre Probleme reduziert.
Ich fühle, also bin ich -- Die Entschlüsselung des Bewusstseins
taucht tiefer in das dunkelste aller Gewässer ein als es jemals zuvor
getan wurde und fängt dabei den Geist der Entdeckung vorzüglich
ein.
|
|
Prof.
Dr.
Joachim Bauer
Das Gedächtnis des Körpers
Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
Piper Verlag 2004
|
Sind es nur die Gene, die
unser Wesen unveränderbar
bestimmen? Welche Rolle spielen Erfahrungen und Erlebnisse bei der Steuerung
unserer Lebensprozesse? Diese Frage bewegt nicht nur seit Jahrhunderten
Philosophen, Soziologen und Psychologen - das Wechselspiel zwischen Erbanlagen
und Lebensumständen ist auch eines der großen Forschungsfelder
der modernen Medizin und Neurowissenschaften. Dieses Buch zeigt, wie Beziehungserfahrungen
und Lebensstile ihren "Fingerabdruck" in den biologischen und
genetischen Strukturen unseres Körpers hinterlassen.
|
|
Prof. Dr.
Joachim Bauer
Warum ich fühle was du fühlst
Intuitive Kommu- nikation und das Geheimnis der Spiegelneuronen

Verlag Hoffmann und Campe 2005
|
Rezension: Sibylle Huerte Krefft
Viele Jahrzehnte hindurch ist Wilhelm
Reichs Entdeckung der unmittelbaren Verknüpfung von Körper; Emotion
und Geist negiert, belächelt oder als unwissenschaftlich abgetan worden.
Ein doch recht kleines Häufchen KörperpsychotherapeutInnen hat
dieses Fähnchen dennoch über die Jahre hochgehalten, wurde aber
zunehmend ausgegrenzt. In Deutschland erlebte dies den Höhepunkt mit
der Installierung der Psychotherapeutengesetzes 1999, das es heute unmöglich
macht, Körperpsychotherapie auf Krankenschein zu erhalten. In vielen
psychosomatischen Kliniken hat sich zur selben Zeit ein gegenteiliger Prozess
abgespielt: der Zusammenhang zwischen Körper und Seele war bei den
psychosomatischen Erkrankungen unübersehbar, die Wirksamkeit körperorientierter
Methoden (wie z.B. KBT, Tanztherapie usw.) nicht zu leugnen.
Neuerdings kommt aber auch noch Unterstützung aus einem ganz anderen
Bereich. Die Forschungen der Psychoneuroimmunologie verbreiten, schon
seit
längerer Zeit, die Erkenntnisse dieser neuen Wissenschaft über
die Vernetzung neuronaler und hormoneller Systeme mit ihren Ein-
und Auswirkungen
auf den Körper und die seelischer Befindlichkeit (z.B. Spektrum
der Wissenschaft 1991). In dieser Reihe stand auch das letzte Buch
von Joachim
Bauer „ Das Gedächtnis des Körpers“ aus dem Jahr
2002. Joachim Bauer arbeitet als Internist, Psychiater und Facharzt
für
Psychotherapeutische Medizin am Uniklinikum Freiburg und ist seit
1992 Professor für Psychoneuroimmunologie. In „Das Gedächtnis
des Körpers“ beschreibt Joachim Bauer in der Hauptsache die
Auswirkungen von Stress und Trauma auf der hormonellen Ebene und
der damit
einhergehenden Gefährdung hinsichtlich psychischer Erkrankungen
(mit einer äußerst interessanten Diskussion zur vermeintlich
unabänderlichen
„ Macht der Gene“).
Mit dem zweiten soeben erschienen Buch mit dem Titel „Warum ich
fühle
was du fühlst“ geht Joachim Bauer jetzt auf die neuesten neurobiologischen
Forschungen (z.B. Rizzolatti) im Bereich der sogenannten Spiegelzellen
ein. Bauer beschreibt in gut verständlicher und nachvollziehbarer
Form, die Funktionsweise der Spiegelneuronen. Mit Hilfe modernster
bildgebender
Verfahren können heute Untersuchungen über die neuronalen Aktivitäten
einzelner Zellen des Gehirns, in Zusammenhang mit dem kommunikativem
Verhalten
von Probanden gezeigt werden. Die Spiegelzellen haben in diesem Kontext
eine zentrale Bedeutung für die intuitive Kommunikation auf den
Ebenen von Handlungen, Emotionen und Körperempfindungen zwischen
Menschen. Sie arbeiten wesentlich schneller als Zellen, die für
rationale Überlegungen
zuständig sind. Die Möglichkeit der intuitiven Kommunikation
ist, laut Bauer, biologisch angelegt und unabdingbar für das menschliche
Überleben. Sie wird, kann und muss trainiert werden, um zur vollen
Entfaltung zu gelangen. Das Ausbleiben von Spiegelung kann bis hin
zu Krankheit und psychogenem Tod führen.
Als Körperpsychotherapeutin war es eine Freude dieses Buch zu lesen,
das so vieles paraphrasiert, was schon seit Jahrzehnten zum ordentlich
gepackten Wissens- und Verständniskoffers (aus der Empirie) gut
ausgebildeter KörperpsychotherapeutInnen gehört. Wilhelm Reich
benannte das Spiegelungsphänomen mit dem Terminus “vegetative
identification“.
In körperpsychotherapeutischen Ausbildungen ist man damit vertraut,
dass körperliche und emotionale Sensationen, aber auch Handlungsintensionen
des Klienten manchmal im Körper des Therapeuten wahrnehmbar sind
(natürlich
auch vice versa), und hat gelernt damit in der Arbeit sorgsam und
kritisch umzugehen. Es wird besonderen Wert auf die Ausbildung der
Fähigkeit
„vegetative identification“ wahrzunehmen gelegt .Einige Schulen
gehen sogar noch weiter und differenzieren hierbei in körperliche
und emotionale Resonanzphänomene und damit einhergehende Bewertungssysteme.
Dabei ist uns bewusst, dass „vegetative identification“ zwar
oft große Übereinstimmung mit den Gefühlen und Sensationen
der KlientInnen aufweist, aber durch den eigenen, mit einem anderen Muster
behafteten Organismus, andere Konnotationen erhält, die wir sorgsam
im Auge behalten müssen. Die Bezeichnung „Spiegelneuronen“
legt nahe, dass wir es mit eins-zu-eins Vorgängen zu tun hätten.
Dem muss hinzugefügt werden, dass, im übertragenen Sinne, die
Beschaffenheit und die Stellung der „Spiegel“ von immenser
Bedeutung sind. Bauer gebraucht in seinem Buch oft statt Spiegelung
das
Wort Resonanz, das meiner Meinung nach den Vorgang exakter beschreibt.
Für uns KörperpsychotherapeutInnen ist die besondere Betonung,
die Joachim Bauer dem Resonanzgeschehen hinsichtlich der Koppelung
an körperliche
Empfindungen zukommen lässt, natürlich von spezieller Bedeutung.
Hier finden sich im Buch sehr interessante Forschungsergebnisse
und Beobachtungen.
Die von Joachim Bauer konstatierte „Trainierbarkeit“ der
Spiegelneuronen hat , verständlicher Weise, Konsequenzen für
die Psychotherapie im Ganzen (im Sinne der Möglichkeit von Heilung
kommunikativer Defizite mit ihren weit reichenden Folgen für körperliche
Steuerungsfunktionen), aber auch Folgen für schulisches Lernen
und Lehren oder den Medienkonsum von Kindern.
Die Bedeutung der guten, vor allem nonverbalen Kontaktfähigkeit
von Therapeuten und Therapeutinnen erhält damit eine zentrale Bedeutung.
Joachim Bauer reduziert nicht, wie andere Kollegen seines Fachgebietes
und simplifizierende Presseberichte zu diesem Thema, Menschen auf
neuronale Opfer von Spiegelphänomenen, sondern führt den Willen
auf interessante Weise in dieses Denksystem ein. Seine Argumentation
hat mich stark an das
Konzept der „Education in feeling and purpose“ von Chuck
Kelley (Radix) erinnert. - „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine
Situation richtig bewertet haben, ist am größten, wenn Intuition
und kritische Reflexion zu ähnlichen Ergebnissen kommen und einander
ergänzen.“ (Bauer S. 34)
Es ist Joachim Bauers große Leistung wissenschaftliches Wissen
auch Laien verständlich zu machen zu können und den Versuch
zu unternehmen, die sich, seiner Meinung nach, daraus ergebenden
Konsequenzen für den
Alltag in verschiedenste Richtungen auszuleuchten. Das wirft eine
Unmenge interessanter Fragen auf, birgt aber natürlich auch die
Gefahr, die eigenen Interpretation dieser Forschungen zur Wirklichkeit
zu erklären
und damit persönliche Überzeugungen wissenschaftlich zu unterfüttern.
Ideologien stehen aber im Gegensatz zu Kontaktfähigkeit, die
als Essenz dieses Buches, gefragt ist.
Vielmehr sollte gerade bei diesem Thema das Fenster der Interpretationsmöglichkeiten
weit geöffnet werden. Die möglichen Dimensionen dieser Entdeckung,
aber auch ihre Endlichkeit, muss, von vielen verschiedenen Richtungen
aus,
diskutiert werden. Das Wissen der Körperpsychotherapie hier nicht
zu nützen wäre schlicht dumm. Die Entwicklung möglicher
Implikationen für die therapeutische Arbeit braucht aber den Diskurs
aller therapeutischer Schulen (z.B.KörpertherapeuInnen, AnalytikerInnen,
TiefenpsychologInnenen, VerhaltenstherapeutInnen, Systemischen TherapeutInnnenen
usw.). In Freiburg lädt die Abteilung für psychosomatische
Medizin des Uniklinikums bereits seit einigen Jahren zu einer Folge
von Vorträgen
verschiedenste SchulenvertreterInnen ein. Die Resonanz ist ungeheuer
groß.
Über den Autor:
Joachim Bauer, geboren 1951, arbeitet als Internist, Psychiater und Facharzt
für Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum Freiburg,
seit 1992 als Professor für Psychoneuroimmunologie. 1996 wurde er
mit dem renommierten Organon- Forschungspreis geehrt. Neben zahlreichen
Fachartikeln veröffentlichte er 2002 »Das Gedächtnis des
Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern«. |
|
|



 |